Haimbach im Portrait

Haimbach im Portrait

Vier Kilometer westlich der Fuldaer Innenstadt verbindet Haimbach die Nähe zur Stadt mit lebendiger Dorfgemeinschaft.

852erste urkundliche Erwähnung
2.180Einwohnerinnen und Einwohner
4 kmwestlich der Fuldaer Innenstadt
371 mhoch ist der Schulzenberg

Der Ort heute

Gewachsenes Dorf, nah an der Stadt

Haimbach ist ein Stadtteil der Stadt Fulda und liegt rund vier Kilometer westlich der Fuldaer Innenstadt zwischen Rhön und Vogelsberg. Der Ort liegt am Südhang des Schulzenbergs und verbindet heute den Charakter eines gewachsenen Dorfes mit der Nähe zur Stadt. Trotz des starken Wachstums insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der dörfliche Charakter mit einem ausgeprägten Vereinsleben und einer aktiven Dorfgemeinschaft erhalten geblieben. Die Stadt Fulda beschreibt Haimbach als einen der größeren Stadtteile Fuldas mit guter Infrastruktur und vielfältigen Möglichkeiten für Begegnung und gemeinschaftliches Engagement.

Haimbach hat heute rund 2.180 Einwohner. Zum Ort gehören unter anderem eine Grundschule, ein Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und eine regelmäßige Busanbindung an die Fuldaer Innenstadt. Zahlreiche Vereine und ehrenamtlich engagierte Gruppen prägen das gesellschaftliche Leben.

Besonders prägend ist die Lage am Schulzenberg. Von den höher gelegenen Bereichen bietet sich ein weiter Blick über Fulda bis zur Rhön. Der 371 Meter hohe Schulzenberg mit der weithin sichtbaren Herz-Jesu-Kapelle ist dabei eines der markanten Wahrzeichen der Umgebung.

Von den ersten Spuren bis heute

Die Geschichte Haimbachs

Die Geschichte Haimbachs reicht weit vor die erste urkundliche Erwähnung zurück. Am Schulzenberg wurden Siedlungsspuren aus der Zeit zwischen etwa 2000 und 1800 v. Chr. gefunden. Nach Angaben der Stadt Fulda handelt es sich dabei unter anderem um Hockergräber sowie Stein- und Bronzegeräte.

Für das Jahr 744 wird eine kleine Siedlung nordwestlich des heutigen Haimbachs überliefert. Eine besondere Rolle in der späteren Überlieferung spielt der Schulzenberg: Im Jahr 754 soll der Leichenzug des heiligen Bonifatius auf dem Weg von Mainz nach Fulda am Südhang des Berges Rast gemacht haben. Der Überlieferung zufolge wurde dort ein Kreuz errichtet, weshalb der Schulzenberg zeitweise „Kreuzberg“ genannt wurde.

Bereits zwischen 822 und 842 bestand in Haimbach eine Kirche, die dem heiligen Markus geweiht war. Die Benediktinermönche des Klosters Fulda pilgerten am Markustag, dem 25. April, nach Haimbach. Von dieser frühen Kirche blieb nach späteren Umbauten vermutlich die Krypta erhalten.

Das Jubiläumsjahr

Erste urkundliche Erwähnung

Das Jahr 852 ist das entscheidende historische Datum für das Jubiläum in 2027: In diesem Jahr wurde Haimbach erstmals urkundlich erwähnt, damals unter dem Namen „Hegebach“. In einer Urkunde des Fuldaer Abtes Hatto wurden der dortigen Kirche Einkünfte zur Aufnahme und Versorgung von Pilgern zum Bonifatiusgrab zugewiesen.

Im 12. und 13. Jahrhundert entstand eine neue Kirche. 1202 wird sie erstmals ausdrücklich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde das Kirchengebäude erweitert und Haimbach war spätestens 1384 Pfarrort. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche 1631 bei einem Dorfbrand bis auf den Turm zerstört. Auch das Dorf wurde schwer verwüstet. Anschließend lebten nur noch etwa 50 Menschen in Haimbach.

Im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert wuchs Haimbach zunehmend. 1937/38 wurden 13 Nebenerwerbssiedlungen und vier Bauernhöfe für Umsiedler aus Dalherda und Neuglashütten errichtet. Ab 1938 setzte ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ein. 1960 lebten rund 500 Menschen im Ort.

Am 1. August 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Haimbach im Rahmen der hessischen Gebietsreform in die Stadt Fulda eingegliedert.

Heute ist Haimbach einer der größeren Stadtteile Fuldas. Die Entwicklung vom historischen Kirchdorf zum modernen Stadtteil hat dabei den Charakter einer aktiven Dorfgemeinschaft nicht verdrängt.

Historischer Kirchenstandort

St. Markus Haimbach

Die katholische St.-Markus-Kirche gehört zu den ältesten Kirchenstandorten des Fuldaer Landes. Ihre Ursprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Zwischen 822 und 842 stand hier bereits eine dem heiligen Markus geweihte Kirche. Unter dem heutigen Chor befindet sich ein kellerartiger Unterbau, der wahrscheinlich als Krypta dieser frühen karolingischen Kirche diente.

1202 wird eine neue Kirche erwähnt. Im Mittelalter entwickelte sich Haimbach zu einem bedeutenden Kirchspiel. 1384 wird Haimbach als Pfarrort genannt. Das Patrozinium wechselte zeitweise zum heiligen Martin, bevor der heilige Markus wieder zum Kirchenpatron wurde.

Die im 12. und 13. Jahrhundert errichtete Kirche wurde 1631 im Dreißigjährigen Krieg bis auf den mittelalterlichen Turm zerstört. Der erhaltene Wehrturm ist heute ein besonders markantes Zeugnis der langen Geschichte des Kirchenstandortes.

In den Jahren 1907 bis 1909 wurde die Kirche unter Bischof Joseph Damian Schmitt nach Plänen des Architekten Hans Güldenpfennig in neuromanischen Formen nach Süden erweitert. Dadurch entstand die heutige dreischiffige Hallenkirche. Teile des mittelalterlichen Baubestands blieben dabei erhalten.

Die heutige Kirche besitzt unter anderem einen frühbarocken Taufstein aus dem Jahr 1680. Die neuromanische Ausmalung von 1909 wurde 1986/87 rekonstruiert. Die heutige Orgel wurde 1975 von Matthias Kreienbrink erbaut.

St. Markus steht in der Saturnstraße auf dem historischen Wehrfriedhof und gehört heute zur Pfarrei St. Martin Fulda.

Wahrzeichen auf 371 Metern

Herz-Jesu-Kapelle auf dem Schulzenberg

Die Herz-Jesu-Kapelle, regional meist Schulzenbergkapelle genannt, steht auf dem 371 Meter hohen Schulzenberg zwischen Haimbach und Maberzell. Sie ist eine katholische Wallfahrtskapelle und gehört zur Pfarrei St. Martin Fulda. Geografisch befindet sie sich in der Gemarkung Maberzell, wird jedoch von St. Markus in Haimbach betreut.

Die Geschichte des Kapellenstandortes reicht vermutlich bis ins späte Mittelalter zurück. Überliefert ist dort zunächst eine Holzkapelle. 1658 wurde das damalige Kapellchen durch einen Steinbau ersetzt. Dieser Bau gilt als eine der frühen barocken Kirchen im Fuldaer Land.

Im Zuge der Säkularisation wurde die steinerne Kapelle 1804 zum Abbruch versteigert. Erst rund ein Jahrhundert später entstand die heutige Kapelle. Der Neubau erfolgte 1899/1900 nach Plänen des Paderborner Diözesanbaumeisters Arnold Güldenpfennig. Die Kapelle wurde im neugotischen Stil als kleiner Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss errichtet.

Charakteristisch sind das Satteldach, der schlanke Dachreiter und der verglaste Ostgiebel. Die Kapelle steht auf dem Gipfel des Schulzenbergs in einem Landschaftsschutzgebiet und ist weithin sichtbar.

Im Jahr 2000 wurde die Kapelle grundlegend saniert. Dabei wurde auch der Turm erneuert und wieder mit einer Glocke ausgestattet. Im August 2000 wurde gleichzeitig das 100-jährige Bestehen der heutigen Schulzenbergkapelle gefeiert.

1175 Jahre Haimbach

Geschichte feiern – im August 2027

Kommersabend am 14. August, Festwochenende vom 20. bis 22. August 2027.